Fallen Chandelier

Ein Bleikristall-Kronleuchter liegt wie heruntergefallen auf dem Boden. Fenster des Raumes sind notdürftig zugenagelt. Zwischen den Bretter scheint etwas Licht hindurch. Im Inneren des Kronleuchters flackern unregelmäßig, sterbend und leise, ein Haufen Glühbirnen. Die Lichtbewegungen brechen sich in den Glaskristallen und werfen tänzelnde, teils spektralfarbene Schattenspiele an die Wände. Gleichzeitig werden die Steuerungsmodule des Flackerns, Bimeltalschalter aus Startern, durch Mikrophonierung und 25 im Raum verteilte Lautsprecher hörbar. Die Rhythmen stehen im direkten Bezug zu den Lichtbewegungen, da es die Schaltvorgänge sind die als Rhythmen gehört werden. Jeder Bimetalschalter hat einen eigenen Klang und Rhythmus. Das Zusammenspiel von 25 individuellen Rhythmen assoziiert Klänge die an das Klimpern aneinander schlagender Glaskristalle erinnern. Die bewegten Schatten an den Wänden wirken wie ein Ballett, das nach den Rhythmen tanzt. Die Dichte der Schaltvorgänge über längere Zeit strapaziert die Bimetalkontakte so sehr, dass sich die Klänge und Rhythmen verändern und somit auch die Lichtbewegungen.

PIC_0027 Faller Chandelier, 25-Kanal audio-visuelle Installation. Zentrum für Internationale Lichtkunst Unna 2017