Breaking the Waves

audiovisuelle Inszenierung für den Wewerka-Pavillon

Wewerka Pavillon
Münster, Dezember 2001 – January 2002

(…) Am Anfang dieser Arbeit stand die Entdeckung des im Dach des Wewerka Pavillons integrierten Lichtspiels von Walter Gierst. Wellenartig schickt diese heute schon beinahe archaisch wirkende Lichtanlage aus dem Jahr 1987 Lichtimpulse durch das transparente Dach. Dort hat Küntzel Sensoren montiert, welche die per Zufallsgenerator abgesandten Lichtwellen registrieren und via Klanggeneratoren in Geräusche und Klänge übersetzen. Abhängig von der Lichtintensität senken oder erhöhen sich die Frequenzbereiche: vom anheimelnd lockenden Surren bis zum aufschreckenden Sirenenklang.

Ein skulpturales Pendant verschafft der Künstler dem Klang durch das Ensemble übereinandergeschobener und zum Teil aufgerichteter Styroporplatten auf dem Boden des Pavillons. Hier kann – wer mag – den Zirkelschluß zum Einladungsmotiv durch Friedrichs “Eismeer” ziehen. Doch neben winterlichen Anklängen oder dem augenzwinkernden Vergleich der in Friedrichs Malerei entfesselten Naturmächte mit der potentiellen Eislaufidylle auf dem Aasee sollte der Betrachter vor allem – wenn möglich erst mit Einsatz der Dämmerung, also bei Dunkelheit – das rhythmische Schattenspiel in Augenschein nehmen, das Küntzel durch das Aufrichten der Styroporschollen auslöst: in unregelmäßigem Dakapo, flackernd, dissonant und zugleich in harmonischem Einklang mit den Lichtwellen aus dem Dach, also in ortsbezogener Abstimmung mit dem Wewerka Pavillon. Eine perfekte visuelle Entsprechung zu dem vom Künstler geschaffenen Klangraum; und zugleich ein belebender Unruheherd während der bevorstehenden Weihnachtslieder- und Kerzenschein-getränkten Festtage.

PDF (Breaking the Waves, )
_wewerka01 1/17 Tongeneratoren, Druckkammerlautsprecher, Lichtsensoren an der Decke