Alle Beiträge von Tilman Küntzel

The Sounding Garden Gnome

Interactive sound installation 1993.
Material: Plaste garden gnome, iron track, suspension, CD player, computer (Comodor) Speaker, Amplifire

State Gallery of Sopot Sopot (Pl) 1993, Lento – Eigenzeit Festival Kunsthaus Essen 1994, Festival Bandit Mages, Bourges (F), May 1995, WRO`95 Media Art Festival State Gallery of Wroclaw, Poland 1995.

From a vertical iron track, which is 6 meters long, a garden gnome measuring 1.5 meters and weighing 15 kg is hanging. By using a long metal rod it is possible to push the garden gnome along the iron track – either to the left or to the right. The suspension is connected to a computer-controlled CD player. The movements of the garden gnome are determining the rendering of the CD. If the garden gnome is pushed to the right, the CD is playing forward. If the garden gnome is pushed to the left, however, the CD is playing backwards. When the garden gnome is pushed slowly, the CD is also playing slowly (comparable to a „slow-motion“-mode); when it is pushed quickly along the rail, the CD is playing fast as in a „fast-forward“-mode. When the garden gnome is not being moved at all, the spot on the CD, which was last played, is repeated continuously until the computer switches the sound off after five minutes. The CD concerned is a unique CD, which has been solely created for this purpose; it contains a collection of Austrian yodelling.

Roseboard

Goethe-Institut Budapest 2000, 88 – Verein für Kunst & Kultur e.V. Hamburg 2000, Audio Art Festival Cracow 2001, Kulturforum Gut Wienebüttel Lüneburg 2001, Rohkunstbau Wasserschloss Gross Leuthen Spreewald 2003, Schwartzsche Villa Lesung mit Wiebke Frost und Stephan Baumecker Berlin-Steglitz 2012.

30 light objects in the shape of roses control sounds via an unique volt-to-midi interface. It is specially constructed for this objects and triggers a sampler. The roses contain a bulb in their flowers. Inside those bulbs, a bi-metal mechanism reacts on its own body heat and makes them turn on and off in a random interval. This informations, as well as the changes of voltage (velocity parameter) are transformed by the interface into midi signals and trigger 30 sound fragments stored in the sampler. In the concert the light objects are controlled (activated/deactivated) according to a certain dramaturgy. Since the interval of shining triggers the sounds, the constellation of the sound appearance happens randomly as well as the modulation of the sounds, controlled by velocity.
The ROSEBOARD can also be presented as a self-playing instrument in terms of an installation.

The Sound of Love

Galeria Rostrum Malmö (S) 1997, Galeria Teraz Sztettin (Pl.) 1994.

Arbeiten mit populär elektronische Objekten a la „made in Hongkong“, China oder Taiwan, Elemente, die, im digitalen Zeitalter des ausgehenden 20sten Jahrhundert, den internationalen Souvenir- und Spielzeugmarkt überfluten. Als Massenprodukte bezeugen Sie eine globale Ästhetik der Wahrnehmung, die auf visuell auf figurative Assoziation beruhen und damit Zeugnis über die Sehnsüchte der Menschen geben.
Durch das Herstellen von Allegorien zu den individuellen Assoziationen des Betrachters, als auch durch auditive Entsprechungen zu den Blinklichtsignalen versuche ich die Aussagen die diese Objekte vermitteln zu entlarfen. Die hintergründige Absicht der Blinklichtsignale ist es unsere unmittelbare Aufmerksamkeit zu erwecken indem Sie rufen: „Kauf mich“. Einige dieser Objekte werden durch Bimetal Schaltmechanismen in einzelnen Glühbirnen geschaltet, die eigene Schaltintervalle generieren. Im Kontext musikalischer Komposition bedeuten für mich dieser einfache Schaltmechanismus eine perfekte Zufallssteuerung. Mit einfacher Manipulation setze ich diese Intervalle in musikalische Strukturen um. Andere Objekte beinhalten Lichterketten mit statischen Rhythmen die verschiedene Instrumente bedienen. Verschiedene Rhythmen von verschiedenen Intervallen verschiedener Objekte kreieren unikate Polyrhythmen.

Die Fußball-Klangwand

Fußball-Radioreportagen aller 64 Spiele der Fußball Weltmeisterschaft 2006 in den original Ländersprachen, collagiert nach den jeweiligen Spielparteien.
In Zusammenarbeit mit stereo action club (DJ Kalle Lahr & the temporary soundmuseum)
sonambiente public viewing world cup sound art lounge
Haus der Berliner Festspiele, Kassenhalle + Garten
9.Juni – 9.Juli 2006, Schaperstr. 24, 10719 Berlin

Das improvisierte Sprechen eines Radioreporters in einem Stadion ist ein Klangereignis, das von höchster Kunst der Lautäußerung zeugt. Der Sprachduktus wird von emotionalen Empfindungen bestimmt, denen der Reporter beim Beschreiben des Spielverlaufs ausgesetzt ist. Tilman Küntzel hat im Verlauf der Fußball Weltmeisterschaft 2006 alle Radioübertragungen der Länderspiele live in den jeweiligen Ländersprachen aufgezeichnet. Dieses geschah über Satellit, Mittelwelle oder Internetstream – oder wurde in den jeweiligen Ländern direkt mitgeschnitten. Jeweils die Reportagen der beiden gegnerischen Mannschaften wurden dann synchronisiert und sind in der Installation als parallele Klangcollagenpaare hörbar. Sie sind zugleich Sinnbild für die simultan stattfindende Entladung emotionaler Energien bei Milliarden von Menschen rund um den Globus. Hören wir hinein, hören wir in den Resonanzraum dieser Welt.

Präsentiert bisher in:
Binaural Nodar Portugal 2010, Burg Eisenhardt Belzig 2010, Tonspur Quartier 21 Museums Quartier Wien Juni 2008, Lange Nacht der Museen TU-Berlin, 14. Juni 2008, Festival Zeppelin, El So Dins la Cova Sonoscop – Archiv de Arte Sonoro Barcelona 13./14./15. März 2008, 5. Erlanger Hörkunst Festival Erlangen 9.-11. Jan. 2008, Sonambiente 2006 Akademie der Künste Berlin 2006, Museum für das Fürstentum Lüneburg Lüneburg Jan. 1998

With special thanks for externe recordings:
Leandro Aguirre Argentinia, Claus van Bebber The Netherlands, Paulina Biernacka Poland, Leif Elgreen Swenden, Johanna Habuz Poland, Benjamin Siaw Ghana, Hubert Snekal Czech Republic, Sabine Strohmann Brasilia, Chibo Mertineit Australia, Yuuk Tsukiyam Japan, Miriam Nyren Sweden, Monika Redding Great Briten

The Shouting Christmas Stars

A Staircase for the Arts Ministery for Science and Culture, Hannover 2000 Curated by Ulrich Eller, The Alma Löv Museum for experimental & unexp. Art Sunne (S), May – September 1998, Galeria Wschodnia Lodz (Pl) 1997, Weltbekannt e.V. Hamburg 1996 – 97, Galeria Rostrum Malmö (S) 1997, Galeria Arsenal Bialystock (Pl) 1995.

(…) Betritt man den dritten Stock in der Ausstellung „Ein Treppenhaus für die Kunst“, dann nimmt man zunächst eine eher unauffällige Wandgestaltung wahr. An den beiden der Fensterfront und den Aufzügen gegenüber gelegenen Wänden befindet sich ein Deckenfries. Hinter strukturiertem Glas sind einmal 15 und einmal 16 identische Objekte horizontal bandartig angeordnet. Das vor die Objekte gehängte durchgehende Glas betont die horizontale Struktur zusätzlich. Zugleich bringt die innere Strukturierung des Glases die Konturen und Farben dieser Objekte zum Verschwimmen, ihre genaue Gestalt ist nur zu erahnen, sie wirken wie große Blumen in intensiven Farben, es herrscht eine geradezu malerische Qualität vor, man könnte sich an manche Blumensiebdrucke von Andy Warhol erinnert fühlen.
Die beiden weißen, glatt verputzten Wände unter diesem Deckenfries werden durch reliefartig hervortretende Halbkugeln sparsam gegliedert. Küntzel hat dazu insgesamt 93 (einmal 45 und einmal 48) Tischtennisballhälften in einer Höhe von ca. 40 cm über dem Boden bis knapp über Kopf unregelmäßig an den Wänden verteilt. Auf den ersten Blick erhält man den Eindruck, hier handele es sich um eine typische, zum Gebäude gehörige 50er-Jahre-Wandgestaltung: Das abstrakt-ornamentale Deckenfries trägt zu diesem Eindruck ebenso bei wie das Wandrelief, das an die abgerundeten Formen und die ein wenig verspielte Nüchternheit dieser Zeit erinnert. (…)
Sabine Sanio

Singing Balloons

Festival g-garage
22. Juli – 13. Aug. 2005, Stralsund

In einem alten baufälligen Speicher am Stralsunder Hafen sind vier Ballone zwischen Balken eingeklemmt. Die Ballone messen 2.50 Meter im Durchmesser und sind von innen beleuchtet. Unaufhörlich hört man das Zischen und Pfeifen entweichender Luft.
Die in den Ballonen befindliche Luft symbolisiert den Atem des Künstlers, der hier durch kontrolliertes Entweichen Töne generiert. Die Lunge als Speichermedium zum Generieren von Klang, der Sprache und Gesang hörbar macht. Hier ist es die Sprache der Ballone die für den verwaisten Speicher sprechen, aus dem ebenfalls bereits die Luft raus zu sein scheint: eine Metapher für digitale Speichermedien, die ihre Überladung nicht durch physische Entladung anzeigen können. Dadurch wachsen die Datenmengen zu einer undurchdringlichen Masse an, die nicht mehr zu verwalten ist und dadurch unbrauchbar zu werden droht.

Three Roses – Three Music Boxes

Soundbag Internetproject by Rolf Langebartels Berlin, Synthopische Landschaften Kunstverein Springhornhof, June – August 1999

Three silk roses with integrated lamps switch themselves on and of via a heat-sensitive mechanism inside the bulb (bimetal). Electronic device, through which the individual intervals of lighting control music boxes which play the melody „Jingle Bells“ (aleatoric constellation).